Fahr Fair - Pressemeldungen
   
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Pressemeldungen


Belohnung für Zivilcourage

BILD: ROLAND U. NEUMANN
Sie sind künftig Ansprechpartner im Schulbus: 16 neue Busbegleiter erhielten am Freitag ihre Ausweise.
Bergisch Gladbach - Puffen und schieben, um überhaupt einen Fuß in die Tür des Schulbusses zu bekommen, Atemnot im Gedränge und dazu noch aggressive Mitschüler, die sich mit dem Recht des Stärkeren im Bus durchsetzen wollen - so sieht für viele Schüler morgens und mittags der Alltag aus. Seit 2002 versuchen Schulzentrum Herkenrath, Polizei und die Kraftverkehr Wupper-Sieg AG (Wupsi), hier gegenzusteuern. Ehrenamtlich sind Schüler der Jahrgangsstufe acht als Busbegleiter aktiv, im Rahmen des Projektes „Fahr fair“.

Im Rahmen des Nahverkehrstages am Freitag bekamen 16 neue Busbegleiter ihre Ausweise und - von Landrat Rolf Menzel - ein kleines Geschenk als Anerkennung für ihr ehrenamtliches Engagement. Wupsi-Vorstand Marc Kretkowski zog eine positive Bilanz nach fünf Projektjahren: „Die Eskalation der Gewalt, der Vandalismus in den Bussen sind zurückgegangen“, stellte Kretkowski fest, „und wir haben das Projekt ausgeweitet bis nach Leverkusen. Inzwischen sind regelmäßig 60 Busbegleiter im Einsatz.“ Auch Landrat Menzel war des Lobes voll über das Projekt, mit dem Schüler für Schüler tätig seien und Verantwortung übernähmen. „Gerade haben wir gehört, dass 60 Prozent der Gewaltkriminalität von Jugendlichen ausgeht. Hier sehen wir, dass es auch anders geht“, betonte er. Menzel sicherte zu, sich dafür einzusetzen, dass auch der zweite Buslinienbetreiber, die RVK, mit in das Projekt einsteige, was bislang nicht geschehen ist.

Für die Schüler, die sich als Busbegleiter ausbilden lassen, ist der Job allerdings nicht immer ganz einfach: Es gelte, schilderten die Jugendlichen, bei vielen Klassenkameraden als „uncool“, mit dem Ausweis des Busbegleiters herumzulaufen. „In zwei Klassen sind wir bei der Vorstellung ausgelacht worden“, schilderte ein Schüler. Außerdem gehört eine Portion Zivilcourage dazu, sich in Auseinandersetzungen zwischen Schülern einzumischen und eine Schlichtung zu versuchen.

Die Betreuerin des Projektes, Gabriele Metzner, sicherte jedoch auch den 16 neuen Busbegleitern zu, dass sie sich jederzeit an die verantwortlichen Lehrer wenden könnten, wenn es Schwierigkeiten gebe. Zudem, so Metzner, seien die Schüler in Rollenspielen geschult worden und wüssten, wie sie sich in problematischen Situationen zu verhalten hätten.

Die erste Belohnung für ihr Engagement hatten sich die Schüler schon am Morgen abgeholt: Sie durften sich alle einmal hinter das Steuer eines Busses setzen und das große Gefährt selbst rangieren. Ein gemeinsamer Ausflug wird ein weiteres „Bonbon“ für die ehrenamtliche Arbeit als Busbegleiter sein.



Busbegleiter sind ohne Gewalt stark

Fünf Jahre Pilotprojekt „Fahr fair“ am Schulzentrum Herkenrath

 

Von Claus Boelen-Thiele

 

Bergisch Gladbach.  Wer im Schulbus rempelt, pöbelt oder seine Mitschüler belästigt, hat am Schulzentrum Herkenrath ganz schlechte Karten. Seit fünf Jahren können hier Schüler angstfrei in den Schulbus steigen – dank des ehrenamtlichen Engagements der „Busbegleiter“ von Gymnasium, Real- und Hauptschule. Die jungen Leute aus der achten Jahrgangsstufe Beschwichtigen die Krawallmacher und sorgen für eine Deeskalation. „Fahr fair“ lautet die Devise. Das Ziel: die Spirale aus Angst und Aggressionen stoppen. „Ohne Gewalt stark sein“, sagt die Wupsi.

Dankesworte  gab es gestern für die Schüler viele: von Landrat Rolf Menzel, von Wupsi-Chef Marc Kretkowski, von Lehrern und Polizeibeamten. Nach fünf Jahren feiert das Pilotprojekt Geburtstag. 16 neue „Busbegleiter“ saßen erwartungsvoll in der Runde, um ihre Ausweise und Urkunden entgegen zu nehmen – mit den Ausweisen sollen sie bei Stresssituationen im Bus sofort als Ansprechpartner erkannt werden. Die letzten Wochen waren die Schüler mit praktischen Übungen und Rollenspielen auf die Aufgaben im Schulbus vorbereitet worden. Sie durften sich sogar einmal unter Aufsicht eines Fahrlehrers ans Steuer eines Omnibusses setzten.

„Ihr seid ohne Gewalt stark“, griff der Landrat das Aktionsmotto auf, um den Einsatz der Jugendlichen zu loben. Ab Montag sind die „Neuen“ auf allen Schulbuslinien rund ums Schulzentrum unterwegs; die Zahl der Herkenrather Busbegleiter  erhöht sich damit auf 60. Mittlerweile laufe auch an der Leverkusener Gesamtschule ein Projekt.

Menzel: „Das ist erfreulich. Noch mehr würde es mich aber als Landrat freuen, wenn sich auch im Rheinisch-Bergischen Kreis die ein oder andere Schule zum Mitmachen bewegen ließe.“

Sowohl die Projektpartnerin „Wupper-Sieg“ als auch der Mitbewerber KWS, beide für Fahrten im rheinisch-bergischen Schulbusverkehr verantwortlich, sollten den sehr guten Erfolg des Herkenrather Projekts zum Vorbild nehmen, um neue Schulen „ins Boot“ zu holen.

 

 





   
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